Ausblick

Interview mit Daniela Niestroy-Althaus, stellvertretende Leiterin der Koordinierungsstelle Westfalen-Lippe

Kommunen auf dem Weg zur Mobilitätswende begleiten: Das ist Zielsetzung des NWL mit dem Zukunftsnetz Mobilität NRW. Daniela Niestroy-Althaus, stellvertretende Leiterin der Koordinierungsstelle Westfalen-Lippe, beleuchtet Erfolge, Herausforderungen und Chancen im NWL.

Seit April steuern Sie das operative Geschäft der Abteilung Zukunftsnetz Mobilität NRW (ZNM) im Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL). Welche persönlichen Ziele haben Sie sich gesetzt?

Eine dauerhafte Veränderung im Mobilitätsverhalten zu erreichen, ist ein langer Weg – diesen Prozess darf man nicht unterschätzen. Allerdings stellen wir fest, dass das Thema Mobilität seit der Kommunalwahl im September 2020 in vielen Kommunen erfreulicherweise einen deutlich höheren Stellenwert hat als zuvor. Genau da möchte ich ansetzen, denn das Bewusstsein für den Mehrwert nachhaltiger Mobilität ist vorhanden. Wir haben jetzt eine große Chance, die wir nutzen können und sollten. Ich möchte die Kommunen auf diesem Weg beraten und unterstützen sowie mit meinem Team diesen Prozess zielführend begleiten.

Seit Anfang 2020 ist der NWL Träger des ZNM. Welche Chancen ergeben sich daraus, welche Möglichkeiten kann man noch besser nutzen?

Mit dem NWL als Träger und starkem Partner sind wir beim flächenmäßig größten der drei SPNV-Aufgabenträger im Land NRW angesiedelt. Wir sind uns sicher, dass wir dadurch die Bedürfnisse und die daraus entstehenden Notwendigkeiten für unsere ländliche Struktur noch besser in Richtung des Ministeriums in Düsseldorf transportieren können. Dabei müssen wir uns von der gesonderten Betrachtung einzelner Verkehrsträger im System Nahverkehr lösen, SPNV und ÖPNV bilden für mich gemeinsam das Rückgrat der Verkehrswende. Daher erhoffen wir uns, dass perspektivisch noch mehr Synergien genutzt werden können und wir weiter gemeinsam an der Verwirklichung unserer Vision eines umfassenden Mobilitätsgestalters arbeiten.

Der NWL ist als Aufgabenträger primär für den Schienenpersonennahverkehr verantwortlich. Wie passt dies zum Tätigkeitsbereich des ZNM, wo gibt es inhaltliche Schnittstellen?

Das Thema vernetzte Mobilität spielt für den NWL und in der aktuellen Debatte eine immer größere Rolle. Das bedeutet, dass die Verknüpfung von unterschiedlichen Verkehrsmitteln in vielen Kommunen intensiv diskutiert wird. Als NWL und als Zukunftsnetz haben wir dabei natürlich die Nutzer des Umweltverbundes im Blick. Konkretes Beispiel: An Bahnhöfen oder Zentralen Omnibusbahnhöfen besteht eine große Chance, mithilfe von Mobilstationen eine vernetzte Mobilität aufzubauen und somit die Anbindung etwa in weitere Ortsteile attraktiver zu gestalten. Gemeinsam mit dem NWL als Fördermittelgeber in Westfalen-Lippe bieten wir den Kommunen mit unserem Know-how und unserer Beratungsleistung ein wirklich gutes und rundes Gesamtpaket.

Fast die Hälfte der landesweit rund 250 Mitgliedskommunen des ZNM befindet sich im Raum der Koordinierungsstelle Westfalen-Lippe. Ein Erfolg, den es weiter auszubauen gilt?

Selbstverständlich! Es ist erfreulich, dass immer mehr Kommunen den Vorteil einer Mitgliedschaft im ZNM erkennen. Die Vernetzung ist unglaublich wichtig, effizient und ergebnisorientiert. Die Kommunen können davon enorm profitieren. Denn wie heißt es so treffend: Man muss das Rad nicht immer neu erfinden. Die Herausforderungen unserer Kommunen, insbesondere im ländlichen Raum, sind in weiten Teilen durchaus vergleichbar. Und Mobilität hört ja schließlich auch nicht an der Stadtgrenze auf. Daher möchten wir die Kommunen noch stärker unterstützen, Mobilität neu zu denken, zu vernetzen und dauerhaft in ihrer Verwaltung zu verankern.