Rückblick

Vollständige Auslieferung ist erfolgt – technische Probleme im Betrieb

Ursprünglich sollten mit Betriebsstart des „neuen“ SauerlandNetzes im Dezember 2016 zum Fahrplanwechsel 36 Neufahrzeuge des polnischen Herstellers vom Typ Pesa Link eingesetzt werden. Zum SauerlandNetz zählen die Linien RE 17 und RE 57 sowie RB 43, RB 52, RB 53 und RB 54.

Ursprünglich sollten mit Betriebsstart des „neuen“ SauerlandNetzes im Dezember 2016 zum Fahrplanwechsel 36 Neufahrzeuge des polnischen Herstellers vom Typ Pesa Link eingesetzt werden. Zum SauerlandNetz zählen die Linien RE 17 und RE 57 sowie RB 43, RB 52, RB 53 und RB 54.

Da die technischen Anforderungen an die neuen Züge seitens des Herstellers nicht vollständig erfüllt werden konnten, stand die Fahrzeugflotte jedoch nicht rechtzeitig zur Verfügung. Daher wurde vom Betreiber DB Regio NRW in Abstimmung mit den Aufgabenträgern (NWL, VRR, NVV) ein Fahrzeug-Ersatzkonzept umgesetzt. Zugleich wurde zwischen DB Regio NRW und den Aufgabenträgern ein verbindlicher Zeitplan für den Einsatz der Pesa-Fahrzeuge vereinbart. Demnach sollten die 20 zweiteiligen Fahrzeuge bis zum 31. Oktober 2018 und die 16 dreiteiligen Fahrzeuge bis zum 31. März 2019 ausgeliefert werden.

Während die Auslieferung und die Betriebsaufnahme der zweiteiligen Fahrzeuge im Herbst 2018 weitgehend störungsfrei verlief, kam es im Zusammenhang mit dem Einsatz der dreiteiligen Fahrzeuge Anfang April 2019 zu einer erhöhten Anzahl von Zugausfällen und Verspätungen auf den Linien RE 17 und RE 57.

Der Betreiber DB Regio NRW hat dazu den NWL umgehend und umfassend informiert und arbeitet intensiv an den erforderlichen Abhilfemaßnahmen. Vorerst für einen Zeitraum bis Ende August 2019 wird DB Regio deshalb Gebrauchtfahrzeuge aus dem Übergangsbetrieb einsetzen, um bei Störungen besser reagieren zu können. Dabei handelt es sich um die bisher auf der RE 17 eingesetzten Fahrzeuge vom Typ Bombardier Talent. Ebenso prüft DB Regio betrieblich und in Abstimmung mit der Instandhaltung, wie auf das Kuppeln und Trennen von Zügen verzichtet werden kann, um dabei auftretende Probleme zu vermeiden. Das Ergebnis der Prüfung wird DB Regio anschließend dem NWL mitteilen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Die komplexe Fahrzeugleittechnik ist dabei der größte Störfaktor. Erkannt wurden hier Probleme in der Software zur Antriebssteuerung und im Bereich der elektrischen Kupplung, sowie an den Schnittstellen der zusammenwirkenden Systeme. Beides kann zu unvorhergesehenen und plötzlich auftretenden Fehlern führen, die teils zum Ausfall von Zügen auf freier Strecke führen können. Der NWL erwartet eine unverzügliche, aber auch nachhaltige Beseitigung der Probleme.

Die DB hat dem NWL mitgeteilt, in permanentem Kontakt mit dem Hersteller Pesa zu sein, um die Probleme abzustellen und einen stabilen Betrieb auch mit den Neufahrzeugen zu gewährleisten. Unter Federführung von DB Regio wurde eine Taskforce eingerichtet, die aus dem Flottenmanagement und der Instandhaltung von DB Regio, dem Hersteller Pesa und Experten der Zulieferer wie z. B. MTU besteht. Die Taskforce soll rasch Lösungen für die auftretenden Fehler erarbeiten und zur Umsetzung bringen. Zudem werden alle Pesa-Link-Neufahrzeuge bis September 2019 eine Rollkur durchlaufen, in der jedes Fahrzeug noch einmal im Werk von Pesa optimiert, nachgebessert und auf den aktuell bekannten Stand der Technik aufgerüstet wird, um anschließend in einen vertragskonformen, stabilen Regiebetrieb überführt zu werden. Der NWL erwartet losgelöst von den erforderlichen Maßnahmen zur Stabilisierung und Verbesserung der Neufahrzeugflotte jedoch zu jeder Zeit einen SPNV-Betrieb, der die Fahrgäste zufriedenstellt und den Anforderungen des Verkehrsvertrages gerecht wird.

Mehr Leistung durch neue Fahrzeuge

Mit den neuen, beschleunigungsstarken und 140 km/h schnellen Fahrzeugen können nun etwaige Verspätungen besser aufgeholt werden. Die Fahrzeuge haben 120 bzw. 160 bequeme Sitzplätze und weisen bis zu 36 Fahrradstellplätze pro Fahrzeug auf. Damit können z. B. auf der RE 57 am Wochenende in Doppeltraktion bequem 72 Fahrräder je Zug transportiert werden. Alle Fahrzeuge sind klimatisiert und bieten an 76 cm hohen Bahnsteigen einen stufenlosen Einstieg. Bei den 3-teiligen Fahrzeugen fährt zudem noch eine Spaltüberbrückung aus und schafft so einen nahezu spaltlosen (max. 2 cm) Einstieg. An niedrigeren Bahnsteigen erleichtern ausfahrbare Stufen den Ein- und Ausstieg. Alle Fahrzeuge haben geräumige Mehrzweckabteile mit Klappsitzen, zwei Rollstuhlplätzen sowie einer behindertengerechten Toilette. Zudem sind sie vollständig videoüberwacht. Erstmals im Sauerland sind nun auch die Fahrausweisautomaten und Entwerter mit an Bord. Im Innenraum gibt es an zahlreichen Plätzen Steckdosen und ein Fahrgastinformationssystem informiert auf Bildschirmen über die nächsten Halte sowie (in Echtzeit) über alle (Zug- und sogar Bus-)Anschlüsse. Alle Fahrzeuge sind mit kostenlosem WLAN ausgerüstet.