Ausblick

Der Regionalverkehr auf der Schiene in Westfalen-Lippe entwickelt sich seit Jahren äußerst positiv. Steigende Fahrgastzahlen zeigen, dass das Bahnfahren für die Menschen in der Region attraktiv ist.

Aktuell nutzen in Westfalen-Lippe rund 270.000 Menschen an Werktagen den vom NWL bestellten Schienenpersonennahverkehr (SPNV), um zur Arbeit, zur Ausbildung oder zu Freizeitzielen zu gelangen. Um die Zahl unserer Fahrgäste weiter zu erhöhen und am Ende auch unseren Anteil am Modal Split zwischen den Verkehrsträgern zu verbessern, müssen wir in die Zukunft investieren und unsere Angebote für die Kunden und die Bürger weiterentwickeln.

Einer der wichtigsten Zukunftsbausteine ist dabei der RRX. Nachdem im Rahmen der Vorbereitungen des zukünftigen RRX-Fahrplans bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 das Angebot nach Paderborn und Kassel ausgeweitet werden konnte, geht nun im Dezember 2018 die erste Linie mit den neuen RRX-Fahrzeugen in Betrieb.

Die heutige Linie RE 11 wird dann RE 11 (RRX) heißen und stündlich über Hamm hinaus bis nach Paderborn sowie zweistündlich weiter nach Kassel verkehren. Für das Oberzentrum Paderborn verbessert sich damit noch einmal die Anbindung an den Fernverkehr in Hamm und Kassel sowie ans Ruhrgebiet und an die Landeshauptstadt Düsseldorf. Als drittes Oberzentrum nach Hamm und Paderborn kommt dann Bielefeld im Dezember 2019 mit der Umstellung der RE 6 in den Genuss des neuen Premiumprodukts des SPNV in NRW.

Noch nicht geklärt ist, wie und wann genau das Oberzentrum Münster an den RRX angeschlossen wird. Ein Meilenstein in dieser Frage wird die Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums sein, ob der komplette oder teilweise zweigleisige Ausbau der Strecke Lünen–Münster in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen wird. Dieser Ausbau ist die Voraussetzung dafür, dass wie geplant eine RRX-Linie von Dortmund nach Münster verlängert werden kann. Mit einer Entscheidung in dieser Frage ist kurzfristig zu rechnen. Allerdings ist auf diesem Weg selbst im Falle einer positiven Entscheidung eine Anbindung Münsters an den RRX frühestens in 15 Jahren realistisch.

Für den NWL hat es höchste Priorität, Münster deutlich frühzeitiger an den RRX anzubinden. Ein erster Schritt dahin ist die Aufwertung der Haard-Achse von Essen über Recklinghausen nach Münster.

VRR und NWL konnten hier gemeinsam mit dem Land NRW die Beschleunigung und damit weitere Attraktivierung der RE 2 und deren Aufnahme in das RRX-Zielkonzept erreichen. Eine Ausstattung der Linie mit Fahrzeugen im RRX-Standard und -Design wird aber erst Ende der 2020er-Jahre möglich sein. Ob es andere Möglichkeiten gibt, schon wesentlich früher mit RRX-Fahrzeugen nach Münster zu fahren, ist ebenso Gegenstand aktueller NWL-Überlegungen wie die Frage nach der möglichen Anbindung des Oberzentrums Siegen an das RRX-System.