Personal

NRW-Bahnbranche fährt Richtung Zukunft

Gemeinsam für einen starken SPNV in NRW: Seit dem Frühjahr 2019 engagieren sich das Land Nordrhein-Westfalen, die Aufgabenträger Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), Nahverkehr Rheinland (NVR) und Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) sowie die Eisenbahnverkehrsunternehmen im Programm „Fokus Bahn NRW“. Die erfolgreiche Zusammenarbeit wird nun weiter ausgebaut.

Sichere Berufsperspektive für Quereinsteiger im SPNV

Als bevölkerungsreichstes Bundesland hat NRW schon immer hohe Anforderungen an den Nahverkehr gestellt. Das Land verfügt über eine vielfältige SPNV-Landschaft mit starken Playern und viel Expertise. Im Programm „Fokus Bahn NRW“ bündeln die Akteure ihre Kräfte und verfolgen eine gemeinsame Agenda, um den Nahverkehr auf der Schiene im Sinne aller Fahrgäste voranzubringen. Ziel ist es, die Qualität im SPNV weiter zu optimieren und so einen aktiven Beitrag zur Verkehrswende zu leisten. Neben einer gemeinsamen Verkehrskoordination und einer einheitlichen Fahrgastinformation liegt der Schwerpunkt auf der Personalentwicklung und der Einführung gemeinsamer Ausbildungs- und Umschulungsmodelle für Triebfahrzeugführer/innen. Nach einem erfolgreichen ersten Jahr wird der partnerschaftliche Einsatz künftig ausgeweitet, um neue Impulse zu setzen und vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie das System weiter zu stärken.

Das Potenzial der Branche herausstellen

Der Fachkräftemangel war von Beginn an ein Kernthema von Fokus Bahn NRW. Durch die coronabedingten Verzögerungen in der Lokführer-Ausbildung in den vergangenen Wochen wird die Problematik nun noch einmal verstärkt spürbar. Zugleich suchen mehr Menschen denn je nach beruflicher Neuorientierung und warten auf Chancen, wie sie der Nahverkehr mit seinen Berufsperspektiven bieten kann. Die Akteure arbeiten daher verstärkt daran, Beratungs- und Ausbildungsangebote bereitzustellen und Quereinsteigern den Zugang zum Lokführerberuf zu ermöglichen. Wie wichtig es gerade in der aktuellen Situation ist, das Potenzial der Branche herauszustellen und mutig zu handeln, verdeutlicht Lisa Gadomski, Projektleiterin der Arbeitgeberinitiative des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV): „Ein Stillstand im Recruiting qualifizierter Bewerberinnen und Bewerber wäre für die Verkehrsbranche fatal. Der Fachkräftemangel, unter dem die Branche beispielsweise im Bereich der Lokführer massiv leidet, verschwindet ja nicht, weil in den Medien derzeit ein anderes Thema die Titelseiten für sich beansprucht. Auch Klimakrise und Klimaziele bleiben bestehen, die Verkehrswende wird auch in Zukunft dringend benötigt.“ Rund 60.000 Interessierte haben im vergangenen Jahr bereits über die gemeinsame Arbeitgeber-Kampagne den Weg auf die Stellenangebote der Bahnen in NRW gefunden. Mit einem speziellen Qualifizierungsangebot für Migranten und der gezielten Ansprache bisher vernachlässigter Zielgruppen sollen künftig noch mehr potenzielle Fachkräfte gewonnen werden. Hierzu zählen beispielweise Frauen, die gerne den Einstieg in ein neues berufliches Umfeld wagen möchten.

Die Unternehmen haben sich zudem auf die aktuellen Anforderungen eingestellt und innerhalb kürzester Zeit Alternativen zum klassischen Präsenzunterricht geschaffen. Das Unterrichten in virtuellen Klassenräumen stellt sicher, dass die Ausbildung in der systemrelevanten Bahnbranche weitergeht und die Verkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen auch in Zukunft weiterhin Fahrt aufnehmen können.