Infrastruktur

Projektpartner geben Startschuss zur Inbetriebnahme der elektrifizierten Strecke Wesel – Bocholt

Umweltfreundlich vom westlichen Münsterland über das Ruhrgebiet bis nach Düsseldorf: Mit der Inbetriebnahme der elektrifizierten Strecke Wesel – Bocholt setzen Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn einen weiteren wichtigen Baustein für die grüne Verkehrswende. Die Teilnahme des Ministerpräsidenten und ehemaligen NRW-Verkehrsministers Hendrik Wüst am symbolischen Startschuss unterstreicht die Bedeutung des Projekts – sowohl für die Region Westfalen als auch das Bahnland NRW.

Sieben Monate hat die Umsetzung des von VRR und NWL initiierten Bauprojektes gedauert, Anfang Februar fiel der Startschuss für die nun vollständig „unter Strom stehende“ RB 19. Statt wie bisher mit Dieselfahrzeugen, verkehrt die Regionalbahn nun auch zwischen Wesel und Bocholt mit umweltfreundlichen Elektrotriebzügen. Insgesamt 50 Millionen Euro sind in das Infrastrukturprojekt geflossen, rund 30 Millionen davon haben VRR und NWL investiert. Fachexperten der DB haben zeitgleich zum Bau der Oberleitungen die Gleise, Weichen, Bahnübergänge, Stellwerkstechnik und Bahnhöfe auf dem 22 Kilometer langen Streckenabschnitt fit für die Zukunft gemacht. Nun rollen dort moderne, von VIAS Rail betriebene Züge vom Typ Stadler Flirt 3 – und sparen gegenüber den „Verbrennern“ Feinstaub, Stickoxid, Lärm und etwa 420 Tonnen CO² jährlich.

Durch die Niveauangleichung der an der Strecke befindlichen Bahnsteige sowie die Einführung eines neuen Blindenleitsystems an allen neu ausgestatteten Bahnhöfen wurde zudem ein großer Schritt in Richtung Barrierefreiheit getan. Der zentrale Vorteil der Baumaßnahme liegt jedoch in der besseren Verbindungsqualität: Die Anbindung ab Wesel an das elektrische Liniennetz Richtung Ruhrgebiet ermöglicht die umsteigefreie Fahrt zwischen dem westlichen Münsterland, Oberhausen, Duisburg und Düsseldorf. Bestätigung der bedeutungsvollen Anbindung der ländlich geprägten Region: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst kam nach Bocholt, um gemeinsam mit DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla sowie den Chefs der beteiligten Aufgabenträger, Ronald R.F. Lünser (VRR) und Joachim Künzel (NWL), die elektrifizierte Strecke in einem symbolischen Akt in Betrieb zu nehmen. Wüst dankte den Partnern für die Umsetzung des Bauprojektes, das er als einen „weiteren wichtigen Baustein zur sauberen Mobilität im Bahnland NRW“ nannte.

Symbolischer Startschuss zur Inbetriebnahme der elektrifizierten Strecke Wesel – Bocholt durch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst gemeinsam mit DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla sowie den Chefs der beteiligten Aufgabenträger, Ronald R.F. Lünser (VRR) und Joachim Künzel (NWL)

 

Über das Projekt - Zahlen, Daten, Fakten 

  • 355 aufgestellte Masten entlang der Strecke
  • 24.000 Meter montierte Leitungen
  • 19 angepackte Bahnübergänge
  • 1.500 Meter modernisiertes Gleis
  • 4 ausgetauschte Weichen
  • 4 modernisierte Bahnstationen (Dingden, Blumenkamp, Hamminkeln, Bocholt) mit neuem Blindenleitsystem und zusätzlicher Bahnsteigausstattung
  • 76 Zentimeter hohe Bahnsteige für einen stufenlosen Ein- und Ausstieg
  • 100 km/h maximale Fahrtgeschwindigkeit zwischen Wesel und Hamminkeln
  • Steuerung der Weichen und Signale an der Strecke durch das elektronische Stellwerk in Emmerich