Infrastruktur

Die Ausweisung im Bundesverkehrswegeplan gilt nur für einen Teilabschnitt.

Bereits seit vielen Jahren wird der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke Lünen – Münster gefordert. Die Eingleisigkeit verhindert die Entwicklung der verkehrlichen Situation auf diesem Abschnitt, z. B. vom heutigen Stundentakt im Nahverkehr zum Halbstundentakt.

Dies ist auch deshalb völlig unbefriedigend, da diese Bahnstrecke die beiden ca. 60 km voneinander entfernten Oberzentren Dortmund und Münster direkt miteinander verbindet. Das ist im gesamten deutschen Schienennetz eine einmalige Situation und stellt ein Nadelöhr auf der Nord-Südachse im Schienenverkehr dar. Nachdem der Ausbau der Strecke über lange Zeit lediglich im potenziellen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) enthalten war, führte eine Neubewertung der Maßnahme durch das Bundesverkehrsministerium im Dezember 2018 zu einer Aufstufung in den vordringlichen Bedarf des BVWP. Die damit verbundene Perspektive einer Finanzierung des Ausbaus wurde von Wirtschaft, Politik und Verwaltung der Region einhellig begrüßt. Allerdings stellte sich bei der Prüfung der technischen Details der BVWP-Maßnahme heraus, dass dort lediglich ein Teilabschnitt von ca. 6 km für den tatsächlichen zweigleisigen Ausbau vorgesehen ist. Dies ist für eine Ausdehnung der Verkehre zwischen Münster und Dortmund völlig unzureichend und wird entsprechend von allen Beteiligten scharf kritisiert.

Dabei steht nicht allein der Halbstundentakt zwischen Münster und Dortmund im Fokus, sondern insgesamt die Einbindung des Münsterlandes in das System des Rhein-Ruhr-Express (RRX), die in ihrer ursprünglichen Planung über die Verbindung Dortmund – Lünen – Münster erfolgen sollte. Hinzu kommt noch die Notwendigkeit der Entwicklung des Nahverkehrsangebotes rund um die Stadt Münster, die dringend geboten ist (Stichwort: S-Bahn-Netz Münsterland). Auch vor diesem Hintergrund ist es vollkommen unsinnig, auf den Ausbau der Strecke zu verzichten.

Somit stellt sich die aktuelle Situation zum zweigleisigen Ausbau der Strecke Lünen – Münster als völlig unbefriedigend dar. Der Verweis des Bundesverkehrsministeriums auf einen möglichen weiteren Ausbau im Zusammenhang mit dem Projekt „DeutschlandTakt“ ist zwar ein Fortschritt, aber wegen der derzeit unklaren zeitlichen Perspektive des Projektes nicht ausreichend. Der NWL wird daher zusammen mit dem Land NRW die Interessen der betroffenen Region bündeln und ein gemeinsames Vorgehen koordinieren, um den dringend notwendigen Ausbau dieser Strecke doch noch in einem akzeptablen Zeitrahmen zu erreichen.